Kanufahrt auf der Wupper

Kanufahrt auf der Wupper

Kanufahrt auf der Wupper

Die Sommerferien neigen sich dem Ende entgegen. Nach einem tollen, erholsamen Urlaub auf Fuerteventura, haben wir die letzte gemeinsame Urlaubswoche genutzt, um mehrere Ausflüge zu machen. Es sollte etwas sein, was man sonst nicht so oft macht. Zur Auswahl stand u.a. das Phantasialand, allerdings sind uns die Preise für ein 4-köpfige Familie wirklich zu hoch, von diesem Geld kann man fast eine Woche in Holland verbringen. Außerdem ist der Jüngste in der Familie oft ein kleines bisschen ängstlich, so dass er die Fahrgeschäfte sowieso nicht ansatzweise ausnutzen würde. Von mir ganz abgesehen, mir wird vom Zugucken schon ganz anders.

Da wir gerne schon im Frühjahr eine Kanufahrt machen wollten, haben wir einfach im Netz nach Anbietern für eine Kanufahrt umgeschaut. Auf der Internetseite von Wupper Kanutouren sind wir gleich fündig geworden. Es gibt verschiedene
Kanutouren mit unterschiedlichen Streckenlängen und unterschiedlichen Einstiegsorten. Da wir alle keine Erfahrung mit dem Kanufahren haben, entschieden wir uns für die Wuppertour 4 mit einer Streckenlänge von ca. 9 km. Angeboten werden diese Touren ausdrücklich auch für Leute ohne Vorkenntnisse.

Das Abenteuer auf der Wupper beginnt

Trotz des mal wieder typischen Deutschland-Sommer-Regen-Wetter fanden wir uns voller Vorfreude mit anderen Familien und Kleingruppen am Treffpunkt auf einem Parkplatz an der L74 ein. Ziel war eine kleine Anlegestelle kurz vor dem Müngstener
Brückenpark. Zu Beginn wurden alle mit Paddel und Schwimmweste ausgestattet.Je nach Personenanzahl wird im 3er oder 4er Canadier, so heißen diese Kanus, gefahren. Diese doch recht schweren Boote mussten nun vom Hänger bis nach unten an die Wupper getragen werden. Zu diesem Zeitpunkt kamen wir schon ordentlich ins Schwitzen und der Nieselregen war vergessen…

An der Wupper angekommen, erfolgte eine kurze Anweisung durch unseren Tourguide. Ruhig und professionell erklärte er allen Teilnehmern, wie man sich im Kanu verhält, um möglichst nicht zu kentern, wie man steuert und vorwärts kommt.

Nachdem nun alle in ihren Kanus saßen und sich mit dem durchaus wackeligen Gefährt vertraut machten, ging es los. Ein Steuermann wurde auserkoren, in unserem Fall mein Mann, diese Entscheidung war goldrichtig, niemand sonst kann solche wichtigen Aufgaben in unserer Familie übernehmen. Der Rest der Familie paddelte zugleich, nach den Anweisungen unseres Steuermanns. Der Jüngste der Familie war damit beschäftigt, mit dem Paddel gleichmäßig Wasser auf die hinter ihm sitzenden Crew zu verteilen und vor Angst vor den reißenden Stromschnellen auf der doch bis zu 40 cm hohen Wupper, die Augen weit aufzureißen. Das Tochterkind und ich stachen die Paddel beherzt ins Wasser.

Der Steuermann steuerte uns professionell um diverse Hindernisse, wie aus der Wupper ragende Steine und umgeknickte Äste. So meisterten wir das 1/3 der Strecke nahezu perfekt.
Die Landschaft um die Wupper ist einfach idyllisch, an den Ufern waren verschieden Vögel zu beobachten, auch Eisvögel sollen hier leben. An diesem Tag haben wir allerdings keinen zu Gesicht bekommen.

Während wir so dahin paddelten, ertönte auf einmal ein
Donnergrollen. Der Regen war ja noch akzeptabel, aber ein Gewitter während wir uns auf der Wupper befinden, das fanden wir jetzt alle nicht so gut. Unser Tourguide fackelte nicht lange und steuerte uns zielstrebig ans Flussufer, zum Glück befand sich an dieser Stelle eine Brücke. Nach waghalsigen Wendemanöver unter der Anleitung des Tourguides steuerten fast alle Kanus in die richtige Richtung ans sichere Flussufer. Nur ein Kanu drohte flussabwärts abzutreiben, aber der erfahrene Tourguide lief schnurstracks in die Wupper und zog das Kanu mit seinen Händen sicher an die Kiesbank. Alle waren in Sicherheit. Als dann nach einigen Minuten immer noch kein weiteres Donnergrollen mehr zu hören war ging es endlich weiter.
Unser Jüngster hatte jetzt nicht nur Angst vor den Stromschnellen, sondern nun auch noch vor einem drohenden Gewitter. Für ihn ging die Fahrt somit unentspannt weiter. Alle anderen waren frohen Mutes und genossen die Fahrt über die rauschende Wupper.

Nach der Hälfte der Strecke musste der Steuermann wieder sein Können unter Beweis stellen und uns an eine Kiesbank steuern, an der es einen kleinen Snack gab. Manöver geglückt. Der Jüngste war mit den Nerven völlig fertig und wäre
am liebsten auf der Kiesbank am Flussufer geblieben. Zum Glück konnten wir ihn überreden, wieder ins Kanu zu steigen und die zweite Hälfte der Strecke in Angriff zu nehmen. Der zweite Streckenabschnitt ging wieder vorbei an idyllischen Plätzen, unter tief hängenden Ästen hindurch, sogar der Regen ließ nach und von Gewitter keine Spur mehr.

Beinahe hat der Jüngste sich mit der Kanufahrt arrangiert, da versagt der Steuermann und übersieht einen Stein im Wasser, den wir dann mit voller Wucht rammen. Für kurze Zeit habe ich uns schon in der Wupper gesehen und meinen Jüngsten beim Therapeuten, der nun seine Angst vor Flüssen und Booten therapieren lassen muss. Aber wir hatten Glück, das Kanu kenterte nicht und wir konnten weiterfahren. Langsam begannen allen Paddlern die Schultern zu schmerzen,
da erschien aber auch schon die Anlegestelle am Zielpunkt. Irgendwie dann doch etwas zu früh.

Die Tour hat (fast) allen riesigen Spaß gemacht und es wird sicher wiederholt werden. Das nächste mal dann Rafting auf dem Rhein? Vielleicht aber ohne
den Jüngsten!

Was war Euer schönster Sommerausflug?

 

Ein Gedanke zu „Kanufahrt auf der Wupper

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