Macht Zucker abhängig – Projekt zuckerfrei

Macht Zucker abhängig – Projekt zuckerfrei

Zucker ist ungesund

Im Rahmen meiner Studien zur Ernährungsberaterin beschäftige ich mich ständig mit Lebensmitteln. Regelmäßig stoße ich dabei auf das Kohlenhydrat Zucker in verschieden Formen . Dabei stellt sich immer wieder die Frage: ist Zucker ungesund? Natürlich ist man mit dem Thema Zucker schon von klein auf in Berührung und hört ständig, dass zu viele Süßigkeiten dick machen und ungesund sind. Es ist eigentlich eindeutig, Fettleibigkeit geht oft mit Bewegungsmangel und dem übermäßigen Verzehr von Süßigkeiten und Fertigprodukten einher. Wohlstandserkrankungen wie Karies gehören mittlerweile zum Leben ganz normal dazu. Schwerwiegendere Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 werden zunehmend zur Normalität und anstatt an den Ursachen zu arbeiten, werden immer mehr Medikamente verschrieben und eingenommen. Erschreckend finde ich auch, dass es bereits fundierte Studien über Zusammenhänge zwischen Krebserkrankungen und der Ernährung gibt.

Aber warum isst man trotzdem zu viel? Man weiß von den negativen Auswirkungen des Zuckers und nimmt sie doch in so erhöhter Menge zu sich. Mir geht es da ganz genauso. Ich liebe Schokolade in jeder Form und könnte davon unverhältnismäßig viel essen. Manchmal tue ich es auch. Noch habe ich keine Anzeigen einer Erkrankung, dennoch merke ich, dass der der Zucker meinem Körper schadet. Ich fühle mich oft schlapp und antriebslos. Mein Blutzucker sinkt schnell und ich habe das Gefühl, dass ich schnell wieder etwas zuckerhaltiges zu mir nehmen muss. Das passiert auch, obwohl ich mich ansonsten sehr bewusst ernähre. Ich esse viele Vollkornprodukte, koche meistens frisch mit Gemüse, magerem Fleisch oder Fisch. Dennoch habe ich oft das Gefühl nicht satt zu sein, obwohl ich vor kurzem erst eine vollwertige Mahlzeit verzehrt habe. Der Drang nach einem Schokoladenpudding nach dem Essen wird immer größer.

Zucker macht abhängig

Kann es also sein, dass Zucker, ähnlich wie Alkohol oder Nikotin, eine Abhängigkeit verursacht? Es gibt tatsächlich Hinweise darauf. Beim Verzehr von Zucker wird im Gehirn der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Das führt dazu, dass wir uns glücklich fühlen. Eine Art Belohnung des Gehirns. Diese Dopaminausschüttung erfolgt auch nach der Einnahme von Drogen, allerdings soll die Ausschüttung bei dem Konsum von Drogen deutlich höher sein, als bei dem Verzehr von Süßigkeiten. Aber es gibt leichte Anzeichen von Abhängigkeit, wenn man regelmäßig in größeren Mengen Süßigkeiten verzehrt. Man möchte immer wieder Süßes essen und kann oft nicht aufhören. Es liegt zum einen an der Dopaminausschüttung andererseits an dem erhöhten Blutzuckerspiegel. Dieser steigt nach der Zufuhr von Zucker  schnell an und macht uns kurz sehr leistungsstark, aber er sinkt auch schnell wieder ab und damit tritt ein erneutes Hungergefühl ein. Wir befinden uns also in einem Teufelskreis.

Ein Problem sind  die Süßigkeiten, die ja auch wirklich lecker schmecken. Ich esse für mein Leben gerne zartschmelzende Nugatschokolade. Bei diesen geschriebenen Worten sehne ich mich bereits in eine Lindt-Fabrik. Aber ein weiteres Problem, sind die vielen verarbeiteten Lebensmitteln. Ketchup und Limonade sind altbekannte Beispiele. Auch in vielen anderen Produkte, die industriell hergestellt werden, wie z.B. Pizza, Brot etc. befindet sich eine große Menge Zucker. Leider ist es manchmal nicht so leicht ihn auf der Zutatenliste zu enttarnen, da er sich hinter vielen verschiedenen Begriffen versteckt. Grundsätzliche stecken hinter Begriffen die auf -ose enden, Zucker , z.B. Glucose, Fructose. Alle Inhaltsstoffe mit Dextrinen und Sirups weisen ebenfalls auf Zucker hin.

Projekt zuckerfrei

So, das war nun genug Theorie. Es gibt auf jeden Fall viele Gründe auf eine zuckerfreie Ernährung zu achten. In späteren Artikeln werde ich etwas mehr zu den Krankheiten, die durch falsche Ernährungsweisen hervorgerufen werden können schreiben.

Nun geht es an die Praxis. Ich möchte nun selber einige Wochen auf Zucker und auf Weißmehlprodukte verzichten. Bereits im vergangenen Jahr habe ich es erfolgreich ein paar Wochen durchgehalten und mein Körpergefühl wurde stätig verbessert. Allerdings ist die Umsetzung für mich nicht ganz einfach. Ich erwähnte bereits, dass ich Schokolade liebe. Nun habe ich zwei Kinder, die wahre Naschkatzen sind und natürlich keinerlei Rücksicht auf die Experimente ihrer Mutter nehmen. Hinzu kommen Familienfeiern, bei denen wahre Kuchen- und Tortenmeisterwerke aufgetischt werden. Nun dient es natürlich auch nicht der guten Stimmung, wenn man diese stundenlang konzipierten Kunstwerke verschmäht und stattdessen an einer Möhre oder einem Dinkelbrötchen knabbert. Also, muss ich mir einen Zeitpunkt aussuchen, an dem keine Familienfeiern in Sicht sind und Weihnachten längst vorüber ist.

Der Zeitpunkt um Karneval ist denkbar gut geeignet. Denn am Aschermittwoch, wenn die Fastenzeit beginnt, steigen tatsächlich noch mehr Interessierte mit ins Boot. Überall werden Vorsätze zum Fasten gemacht und das zieht mich mit. So, und wenn ich nun schon einige Wochen vorher beginne, habe ich die kritischen Wochen bereits überwunden und kann schon mit einigen Erfolgen auftrumpfen und eventuell andere motivieren weiterzumachen.

Eine andere Fall ist, das Essen unterwegs. Da man sehr vorausschauend Planen muss, und das nicht meine Stärke ist, habe ich hier die meisten Schwierigkeiten. Hier entwickele ich noch kleine Snackideen, die ich gerne hier teilen werde.

Die ersten Tage sind geschafft, ich habe keinen Industriezucker und keine Weißmehl- Produkte zu mir genommen. Das gute Gefühl bleibt allerdings aus, noch. Ich habe Kopfschmerzen, etwas gereizt bin ich auch. Das erinnert mich an irgendeine Sendung, die aktuell abends auf RTL läuft. Irgendwie ist es also doch ein Entzug, jedenfalls fühlt es sich für mich so an. Ich beschäftige mich jetzt sehr ausgiebig mit meinem Essen, ich experimentiere und teste viele neue Dinge. Vieles schmeckt mir außergewöhnlich gut, denn durch den Verzicht auf Zucker habe ich ein intensiveres Geschmacksempfinden. Man genießt die Mahlzeiten viel mehr.

Eine weitere Herausforderung ist die Zeit, es gibt natürlich sehr viele Bücher und Tipps für schnelle gesunde Mahlzeiten, allerdings muss man sich doch schon sehr mit dem Thema auseinandersetzten, wenn man es ernst meint. Es ist hilfreich gewisse körperliche Vorgänge zu kennen, das macht die Umsetzung einfacher. Aber man gewöhnt sich mit der Zeit an den zusätzlichen Aufwand und viele Dinge werden auch einfacher. Nur gerade zu Beginn sollte man nicht in einer stressigen Phase seines Lebens damit beginnen.

Ich werde nun Rezepte ausprobieren und sammeln und sie in den kommenden Wochen hier veröffentlichen. Vielleicht macht ja der ein oder andere mit und teilt seine Erfahrungen mit. Zusammen ist es ja irgendwie immer einfacher.

 

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